Kreisinterpolation – G2 und G3

Kreisinterpolation mit G2 und G3 erklärt: Bögen im und gegen den Uhrzeigersinn, Mittelpunkt mit I/J oder Radius mit R programmieren – mit Beispiel.

Nach G0 und G1 für gerade Bewegungen folgen nun G2 und G3: die Befehle für die Kreisinterpolation. Mit ihnen schneidet oder graviert die Maschine kreisförmige Bahnen – Bögen und Vollkreise.

G2 – im Uhrzeigersinn

Der G2-Befehl steht für die Kreisinterpolation im Uhrzeigersinn (CW – Clockwise). Das Werkzeug bewegt sich vom Startpunkt entlang eines definierten Bogens im Uhrzeigersinn zum Endpunkt.

G3 – gegen den Uhrzeigersinn

G3 ist das Gegenstück: die Kreisinterpolation gegen den Uhrzeigersinn (CCW – Counterclockwise). Der Bogen wird mit denselben Angaben programmiert, nur in umgekehrter Drehrichtung.

Mittelpunkt oder Radius angeben

Für G2 und G3 braucht die Steuerung neben dem Endpunkt eine Angabe zur Bogengeometrie. Dafür gibt es zwei Wege:

AngabeBedeutung
I, JAbstand vom Startpunkt zum Kreismittelpunkt in X (I) und Y (J)
RRadius des Bogens

Wie bei G1 gilt auch hier der Vorschub (F), der bestimmt, wie schnell sich das Werkzeug entlang der Kreisbahn bewegt.

Beispiel

G1 X0 Y20 F200      ; Startpunkt des Bogens anfahren
G2 X20 Y0 I0 J-20   ; 90-Grad-Bogen im Uhrzeigersinn, Mittelpunkt ueber I/J
G2 X0 Y-20 R20      ; weiterer 90-Grad-Bogen, Radius ueber R programmiert

Beide Bögen laufen um denselben Mittelpunkt (0, 0) mit Radius 20 – einmal über die Mittelpunktkoordinaten I/J, einmal über den Radius R programmiert.

Zusammengefasst erweitern G2 und G3 die Möglichkeiten von G0 und G1 um runde und gebogene Konturen. Sie sind unverzichtbar für die Fertigung von Teilen mit Radien, Verrundungen und Bohrungen auf Kreisbahnen.